ORGANSPENDE RETTET LEBEN 💕

Liebe Patient*innen,

Die Entscheidung fĂŒr oder gegen eine Organspende, aber auch der Entschluss, nur bestimmte Organe zu spenden, berĂŒhrt das Selbstbestimmungsrecht eines jeden Einzelnen. Ihre persönliche Haltung zur Organspende können Sie in einer „ErklĂ€rung zur Organspende“ dokumentieren. Dabei mĂŒssen Sie nicht befĂŒrchten, dass Sie sich unwiderruflich festlegen. Ihre Entscheidung können Sie jederzeit Ă€ndern, indem Sie dies auf dem Organspendeausweis einfach entsprechend dokumentieren.

Es gibt viele GrĂŒnde, sich fĂŒr die Organspende zu entscheiden. Doch es gibt auch Menschen, die aus religiösen oder weltanschaulichen GrĂŒnden nicht zur Organspende bereit sind. In der Frage fĂŒr oder gegen die Organspende gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“. Jeder Mensch kann diese Frage nur fĂŒr sich persönlich beantworten und niemand hat das Recht, die getroffene Entscheidung zu kritisieren.

HĂ€ufige Fragen zur Organspende:

  • Muss ich mich Ă€rztlich untersuchen lassen, wenn ich mich bereit erklĂ€rt habe, nach meinem Tod Organe zu spenden? Nein, eine Untersuchung ist nicht nötig und zu diesem Zeitpunkt auch nicht sinnvoll. Nur wenige Menschen, die durch eine ErklĂ€rung ihre Bereitschaft zur Organspende erklĂ€rt haben, werden nach ihrem viele Jahre spĂ€ter eintretendenTod tatsĂ€chlich als Organspender in Frage kommen.
  • Bis zu welchem Alter kann ich Organe spenden? Eine feste Altersgrenze gibt es nicht,zumal nicht das kalendarische Alter, sondern der allgemeine Gesundheitszustand des Organspenders entscheidend ist. Generell gilt, dass sich bei jĂŒngeren Menschen mehr Organe zur
    Transplantation eignen als bei Ă€lteren. Doch auch die funktionstĂŒchtige Niere eines mit 70 JahrenVerstorbenen kann einem anderen Menschen wieder ein fast normales Leben schenken.
  • ErfĂ€hrt der EmpfĂ€nger die IdentitĂ€t des Spenders? Nein, der Name des Spenders wird dem EmpfĂ€nger nicht mitgeteilt. Umgekehrt erfahren auch die Angehörigen des Verstorbenen nicht, wer ein gespendetes Organ erhalten hat.
  • Werden Spenderorgane zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet? Nein. Spenderorgane werden dazu verwendet, kranken Menschen eine optimale medizinische Behandlung zu
    ermöglichen.
  • Muss ich die Absicht, ein Organ zu spenden, testamentarisch festhalten? Nein, eine testamentarische ErklĂ€rung wĂŒrde die Organspende eher verhindern. Denn ein Testament wird zu
    einem Zeitpunkt eröffnet, zu dem es fĂŒr eine Organentnahme zu spĂ€t ist.
  • Muss ich den Organspendeausweis stĂ€ndig bei mir tragen? Nein, aber es ist sinnvoll, wenn Sie den Organspendeausweis beim FĂŒhrerschein und Personalausweis mit sich tragen.
  • Benötigen MinderjĂ€hrige die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten? Nein. Bei entsprechender EinsichtsfĂ€higkeit können auch MinderjĂ€hrige ihre Bereitschaft zur Organspende erklĂ€ren. Jugendliche ab 14 Jahren können eine ablehnende Haltung und Jugendliche ab 16 Jahren eine zustimmende Haltung zur Organspende auch ohne Zustimmung eines Erziehungsberechtigten dokumentieren.
  • Kann ich die Einwilligung zur Organspende widerrufen? Ja. Die „ErklĂ€rung zur Organspende“ mĂŒssen Sie zu diesem Zweck nur vernichten. Auf einer neuen ErklĂ€rung sollten Sie dann ankreuzen, dass Sie der Organentnahme widersprechen. Außerdem sollten Sie Ihre Angehörigen ĂŒber die Änderung Ihres Entschlusses informieren.
  • Kann ich bestimmen, wer ein gespendetes Organ bekommt? Nein. Weder das Bestimmen des EmpfĂ€ngers noch der Ausschluss bestimmter Personen ist bei einer Organspende fĂŒr den Todesfall möglich. Ausschlaggebend fĂŒr die Vergabe eines Spenderorgans sind allein medizinische Kriterien, wie Erfolgsaussicht und Dringlichkeit. Nur bei der Lebendspende von Nieren und Leberlappen ist Ihnen der EmpfĂ€nger bekannt.
  • Kann ich den Verstorbenen nach der Organentnahme noch einmal sehen? Ja. Nach der Organentnahme kann in jeder gewĂŒnschten Weise Abschied genommen werden.
  • Wo findet eine Organentnahme statt? Die Entnahme durchbluteter Organe erfolgt unter den sterilen Bedingungen des Operationssaales mit der gleichen chirurgischen Sorgfalt wie bei jeder anderen Operation.
  • Kann ich bestimmte Organe von der Spendebereitschaft ausschließen? Ja. In der „ErklĂ€rung zur Organspende“ können Sie ohne BegrĂŒndung bestimmte Organe oder Gewebe von der Entnahme ausschließen, indem Sie dies auf der ErklĂ€rung schriftlich vermerken.
  • Wo bekomme ich die „ErklĂ€rung zur Organspende“? Exemplare dieser ErklĂ€rung bekommen Sie in unserer Arztpraxis. Sie können Ihre Entscheidung auch auf einem selber formulierten und unterschriebenen Bogen dokumentieren. Diese ErklĂ€rung gilt auch im Ausland.
  • Wie stehen die Kirchen zur Organspende? Die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland haben eine gemeinsam ErklĂ€rung zur Organtransplantation herausgegeben. Darin heißt es: „Wer fĂŒr den Fall des eigenen Todes die Einwilligung zur Entnahme von Organen gibt, handelt ethisch verantwortlich, denn dadurch kann andere Menschen geholfen werden, deren Leben aufs höchste belastet oder gefĂ€hrdet ist.“
  • Kann ich bereits zu Lebzeiten Organe spenden? Ja. FĂŒr eine Lebendspende kommen Niere und Leberlappen in Frage. In Deutschland ist die Lebendspende bei Nieren nur unter Blutsverwandten, (Ehe-) Paaren und sich nahe stehenden Personen erlaubt. Es besteht auch die Möglichkeit, Kindern mit schwersten LeberschĂ€den einen Leberlappen eines Elternteiles zu ĂŒber tragen. Der Leberlappen wĂ€chst im Körper des Kindes zu einer funktionstĂŒchtigen Leber heran, wĂ€hrend die Leber des Elternteiles den Verlust des Leberlappens durch Nachwachsen ausgleicht. (Quellen der o.g. FAQ: Patienteninformation der KassenĂ€rztlichen Vereinigung Baden-WĂŒrttemberg)
  • Weitere Informationen: BZgA: organspende-info.de/BZgA: Organspende – FAQ/BZgA: Organspende – Infomaterial fĂŒr Patienten/Sozialministerium BW: Organspende/Deutsche Stiftung Organtransplantation

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen sehr gerne zur VerfĂŒgung. Einen Organspendeausweis bekommen Sie selbstverstĂ€ndlich kostenfrei in unserer Praxis.

Bleiben Sie gesund! 🌈